+++ Schluss, Aus, Ende: Auch MAX BAHR wird vom Markt verschwinden / Einigung kurz vorm Ziel gescheitert +++

 

Was ich bereits befürchtet hatte ist heute, am Freitag den 15. November 2013, traurige Realität: Das Aus für die verbleibenden 72 MAX BAHR (im Folgenden kurz MB) Ur-Märkte/Bestandsmärkte mit 3600 weiteren Mitarbeitern ist beschlossene Sache.

Die letzte Hoffnung, die Übernahme der Kette durch den Konkurrenten HELLWEG und dem ehemaligen MB-Chef Dirk Möhrle, musste begraben werden, da man sich mit dem Hauptvermieter, der  Royal Bank of Scottland nicht einigen konnte. Weil diese Bank 66 der 72 Märkte vermietet und mit dem Übernahmekonzept nicht einverstanden war, schmeißt sie nun anscheinend lieber den Mieter MB raus und bleibt auf 66 großen, leeren Baumarkt-Immobilien in blau-gelb sitzen.

Nachdem bereits vor einiger Zeit die Schließung von 59 Märkten bekanntgegeben wurde, die früher Praktiker hießen und dann zu MB umgebaut worden sind, geht es nun auch noch den restlichen Märkten an den Kragen. Bald wird auch dort ein großer Ausverkauf/Abverkauf beginnen.

Und damit ist auch klar: Von der Praktiker AG bleibt nichts übrig. Die Zerschlagung von Praktiker ist bereits in vollem Gange, jetzt hat es auch noch MB erwischt. Aber nicht nur das: Zig tausend Mitarbeiter/innen verlieren nun insgesamt ihren Job. UND: Vor allem ein schwerer Schlag für Hamburg, Hamburg-Wandsbek war Gründungsort von MB: Die Marke MAX BAHR wird es nicht mehr geben. Gegründet 1879, wie es bis vor Kurzem noch im Logo hieß, findet eine lange, erfolgreiche Traditionsgeschichte im Strudel des Praktiker-Ruins ihr trauriges Ende.

Vor allem in Hamburg gab es zahlreiche Filialen, bis Praktiker 2007 MB übernahm war MB quasi der norddeutsche Lokal-Baumarkt. Aber mit Innovationskraft: 1994 ebnete MB den Weg in das Zeitalter der Zusammenlegung von Bau- und Gartenmärkten. Bis heute gibt es kaum Baumärkte ohne Gartencenter/Gartenabteilung. Jetzt ist es vorbei, die Marke stirbt, die Zentrale von MAX BAHR, seit 2007 auch Zentrale der Praktiker AG (Wandsbeker Zollstraße), wird aufgelöst werden. Sehr viele Arbeitslose wird diese Insolvenz wieder fordern.

 

Das Ende war hausgemacht

Und das Problem mit dem Vermieter ist wohl hausgemacht: Ein Deal von 2007 hat nun schwerwiegende Folgen für das ehemalige Familienunternehmen, die Marke MAX BAHR: Familie Möhrle, von 1956 bis 2004 im Unternehmen, hatte beim Verkauf von Max Bahr an Praktiker 2007 nur den Geschäftsbetrieb an den Konkurrenten abgegeben, die Immobilien waren damals aber für fast 800 Millionen Euro an den Finanzinvestor Moor Park verkauft worden. Dieser hatte sich dafür Kredite bei der Bank ABN Amro besorgt, die später in der RBS aufging. Seither hatten die Immobilien stark an Wert verloren, der Fonds von Moor Park ging 2012 Pleite. Die Royal Bank of Scotland war somit erst im vergangenen Jahr zum De-facto-Vermieter der Immobilien geworden. Der Baumarkt-Konkurrent Globus, der sich auch für Praktiker/MB beworben hatte, habe die Immobilien zuletzt gerade noch mit 420 Millionen Euro bewertet.

 

Interesse an Einzelstandorten angeblich groß

Es lägen bereits konkrete Interessenbekundungen von namhaften Unternehmen aus der deutschen Baumarktbranche für zahlreiche Standorte vor, heißt es vom Insolvenzverwalter. Für mehr als die Hälfte der Märkte stünden schon Konkurrenten wie OBI, Toom Baumarkt (REWE-Gruppe) oder Hagebau als Mieter bereit, sagten zwei Insider. Teilweise darf in die Gebäude nur ein Baumarkt einziehen. Auch Globus habe wieder eine Cahnce: „Nun schlägt wieder die Stunde von Globus“, sagte ein anderer Insider. Der saarländische Handelskonzern war bei Insolvenzverwalter Schröder und der RBS abgeblitzt, da sein Angebot zu niedrig war. Am Donnerstag hatte Globus aber sein Interesse bekräftigt – an rund 60 Max-Bahr- und weiteren Praktiker-Standorten UND SOGAR an der Firmenzentrale.

Mit viel Glück werden ein paar wenige Mitarbeiter von der Konkurrenz übernommen, die eventuell einige wenige MB-Märkte übernimmt. Was schwierig werden kann, da nicht nur ein kompletter Warenbestand ausgetauscht werden muss. Die Märkte müssen umgebaut werden, das gesamte blau-gelbe Äußere der Märkte muss entfernt werden. Teilweise gab es bei MB ganz spezielle Markt-Architektur.

 

>>> Einen „Nachruf“ auf MB finden Sie demnächst hier im Blog

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