+++ Chaos bei MAX BAHR: HELLWEG will die Stamm-Märkte / Plötzlich Ausverkauf in allen MAX BAHR (ehem. Praktiker)-Märkten +++

 

Großes Chaos und Ungewissheit bei der insolventen Baumarktkette MAX BAHR (Praktiker-Gruppe). Anscheinend gehen die Verkaufsverhandlungen in die letzte Runde. Potentieller Käufer: Ein Konsortium aus der Dortmunder Baumarktkette HELLWEG ( mit gerade einmal 92 Filialen), der Einkaufsgemeinschaft EDE UND besonders interessant: Dirk Möhrle, ehemaliger MAX BAHR-Chef. ABER: Nur an den Stamm-Märkten (78 Märkte), die von Anfang an Max Bahr hießen, hat man wohl Interesse. NICHT aber an den 54 von Praktiker auf Max Bahr umgebauten Filialen. In diesen wurde spontan an Ausverkauf gestartet. Somit zerfällt nun auch die Max Bahr-Kette in ihre Einzelteile. Auch diese Märkte müssen nun leerverkauft werden – egal, ob man diese dann noch unter Max Bahr weiterbetreibt oder ob sie scheibchenweise verkauft werden. Reine Vorsichtsmaßnahme sagt Praktiker: „Auch wenn es noch möglich ist, dass umgeflaggte und einzelne Praktiker-Märkte für eine eventuell zustande kommende größere Lösung unter Max Bahr von einem Investor übernommen werden können, sind die Weichen jetzt in diese alternative Richtung zu stellen, um die Chancen auf eine bestmögliche Lösung für Gläubiger, Vertragspartner aber auch die Beschäftigten aufrecht zu erhalten“. Denn nicht nur die neuen Max Bahr Märkte (ehem. Praktiker, neuerdings Max Bahr 2 genannt) , auch sämtliche Praktiker-Filialen haben noch keinen Käufer gefunden. Die Konkurrenz schied aus: Der konkurrierende Bieter Globus (sogar nur 80 Filialen) aus dem Saarland (Praktiker kommt auch aus dem Saarland, Kirkel war lange Hauptsitz) habe sich nicht mit dem Vermieter der meisten Baumärkte, der Bank RBS, einigen können und sein Gebot nicht wie gefordert aufgestockt.

 

Ob denn nun HELLWEG wirklich die Ur-Märkte übernehmen will oder wird und wenn ja, zu welchen Konditionen, dazu gibt es noch keine Informationen. Zwar wurde teilweise in der Presse eine feste Einigung gemeldet, die Pressemitteilung der Praktiker-Gruppe sagt da jedoch etwas anderes: „Die Verhandlungen über die Übernahme und Fortführung der Baumarktkette Max Bahr gehen weiter voran. (…) Der Gläubigerausschuss hat heute beschlossen, die Schlussverhandlungen mit dem Bieterkonsortium um Hellweg zu führen. Man gehe davon aus, einen Vertragsabschluss bis Ende Oktober zu erreichen.“ Um 22 Uhr hieß es dann von Möhrle: „Es gibt noch Hürden, aber über die wichtigsten Punkte sind wir mit allen Beteiligten einig. Ich freue mich sehr über den Entschluss, weil ich mich Max Bahr einfach verbunden fühle.“ Und das ist verständlich: 51 Jahre lang hat die Familie Möhrle die Geschicke bei Max Bahr gelenkt. Vater Peter Möhrle (81) stand mehr als 40 Jahre an der Spitze der Baumarktkette. Rund sieben Jahre lang managte Dirk Möhrle das Familienunternehmen, stieg Ende 2004 aber aus dem Betrieb aus. 2007 verkaufte Vater Peter das Unternehmen an den Konkurrenten Praktiker. Der Anfang vom Ende. Es bleibt weiter spannend im Überlebenskampf der Baumarktkette.

 

Wortlaut:

„Für die insgesamt 54 ehemaligen Praktiker- und seit 2012 auf Max Bahr umgeflaggten Märkte gibt es bis heute keinen endverhandelten verbindlichen Vertrag mit einem der verbliebenen Interessenten, der Max Bahr als Ganzes übernehmen und unter dieser Marke fortführen möchte. Auch für die bereits im Leerverkauf befindlichen Praktiker-Standorte gibt es bis heute kein (…) annehmbares Angebot innerhalb einer größeren Lösung unter der Baumarktmarke Max Bahr. Die Anfang Oktober eingereichten Angebote wurden inzwischen intensiv geprüft und verhandelt. (…) hätten sich die Interessenten auch mit weiteren Beteiligten des Insolvenzverfahrens einigen müssen. Wie die Interessenten mitteilten, liegen diese Einigungen nicht vor.  Wie allen Interessenten bekannt war, muss der Insolvenzverwalter für die insolventen Gesellschaften zeitnah wichtige Weichen stellen, um den Schaden für alle Beteiligten in den jeweiligen Insolvenzverfahren möglichst gering zu halten.

(…) deshalb nun entschieden, die Verhandlungen auch mit denjenigen Interessenten zu intensivieren, die beabsichtigen einzelne oder mehrere, allerdings leerverkaufte Märkte zu übernehmen. Wie diese Interessenten mitteilten, beabsichtigen sie diese Märkte im Falle der Übernahme unter ihrer eigenen Marke fortführen. Ein Interesse an der Ware von Max Bahr besteht daher dann nicht. Deshalb beginnt kurzfristig an allen Standorten der umgeflaggten Max Bahr Märkte der Leerverkauf – mit täglich wechselnden Angeboten. Der genaue Starttermin für den Abverkauf wird noch gesondert lokal bekannt gegeben.

Viele Wettbewerber, die an einzelnen oder mehreren Max Bahr 2 Märkten Interesse bekunden, sind auch an der Übernahme der Beschäftigten interessiert. Ergänzend ist auch bezüglich der umgeflaggten Max Bahr („2“) Märkte unter der Insolvenzverwaltung von Christopher Seagon vorgesehen, dass den Beschäftigten angeboten wird, in eine Transfergesellschaft zu wechseln. Dies bedarf aber noch der Vereinbarung mit den zuständigen Betriebsräten und Ver.di.  Auf diese Weise wird laut Seagon eine gute Ausgangslage geschaffen, um einerseits eine bestmögliche Übertragung einzelner Standorte zu verfolgen aber gegebenenfalls auch noch eine einheitliche, große Lösung durch Verkauf an einen neuen „Max Bahr“-Investor umzusetzen.  Für viele Standorte gibt es gleich mehrere Interessenten. Seagon geht deshalb davon aus, dass viele Beschäftigte an den jeweiligen Standorten auch künftig einen Arbeitsplatz erhalten können. „Viele dieser Interessenten haben zum Ausdruck gebracht, dass sie nach Einigung mit dem jeweiligen Vermieter auch die dortigen Beschäftigten übernehmen möchten“, sagt Seagon. Konkrete Entscheidungen erwartet er im Laufe des Novembers.“ Praktiker Gruppe, Hamburg, den 17.10.2013

 

>>> PDF: http://www.praktiker.com/pb/site/praktiker_com/get/635644/131017_PM%20MB_Seagon_Leerverkauf.pdf

 

 

 

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