Praktiker-Pleite: So sieht es aktuell aus

Nach dem Bekanntwerden der Insolvenz der Praktiker-Tochter Max Bahr ist es etwas ruhiger geworden um die Insolvenz. Hier lesen Sie, wie sich das Ganze in der Zwischenzeit entwickelt hat, Stand der Dinge, Ausblick und Rückblick. Immer aktuell informiert! JdB Blog

 

>>> 3 Insolvenzverwalter für verschiedene Gesellschaften – Max Bahr ist nicht gleich Max Bahr!

 

Diese Insolvenzverwalter kämpfen gegen die Krise an:

  • Rechtsanwalt Udo Gröner für die „Holding Praktiker AG“ (Mutterkonzern)
  • Rechtsanwalt Christopher Seagon für neun verschiedene Gesellschaften, darunter die 168 Praktiker-Baumärkte UND, hier wird es merkwürdig, für die 54 ehemaligen Praktiker-Baumärkte, die zu Max-Bahr-Filialen umgebaut wurden. Somit hängen die umgebauten Märkte weiterhin an dem am schwersten getroffenen Unternehmen, an Praktiker! Zwar wurden die quasi als Rettungsinsel erhofften Max Bahr-Märkte sowieso von der Insolvenz getroffen, jedoch stehen die Chancen für die 78 ursprünglichen Märkte besser als für die umgebauten. 
  • Rechtsanwalt Dr. Jens-Sören Schröder für drei Gesellschaften, die zur Tochter Max Bahr gehören, darunter die 78 „Ur-„Max-Bahr-Filialen, die zu dem Paket gehören, das 2007 von Praktiker übernommen wurde

 

>>> Aktuell: Investorensuche hat begonnen

 

Die oben genannten Insolvenzverwalter haben sich mit Macquarie Capital auf ein gemeinsames Investmentunternehmen geeinigt, das den Investorenprozess begleiten wird. Ziel sei es, mit Hilfe eines neuen Investors möglichst viele Standorte und Arbeitsplätze der Praktiker- und Max-Bahr-Baumärkte zu sichern. Erste Interessensbekundungen hätten die (vorläufigen) Insolvenzverwalter schon kurz nach Insolvenzantragstellung erhalten. In dem Verkaufsprozess wolle man eng zusammen zu arbeiten. „Insbesondere Max Bahr ist eine etablierte und funktionierende Marke, und auch für Praktiker gibt es Interessensbekundungen. Wir sind für konstruktive Lösungen offen, um die bestmögliche Lösung für Beschäftigte, Gläubiger und die weiteren Beteiligten zu erreichen“, hieß es. Mit ersten Ergebnissen sei aber nicht vor Anfang September 2013 zu rechnen.

 

>>> So geht es erst einmal weiter
Die Filialen der Praktiker- und Max-Bahr-Baumärkte sind weiterhin geöffnet, und der Verkauf geht an allen Standorten weiter. Kurzfristiges Ziel ist, den Geschäftsbetrieb sowohl bei Praktiker als auch bei Max Bahr zu stabilisieren. Um die Löhne und Gehälter der insgesamt etwa 14.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gesellschaften sicherzustellen, haben die Insolvenzverwalter kurzfristig die Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes bis einschließlich September 2013 beantragt. Zu einzelnen Standorten könne zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts gesagt werden, heißt es weiter.

 

>>> Rückblick: Was bisher geschah

 

10. Juli 2013: Nach einer gescheiterten Verhandlungsrunde in der Praktiker-Zentrale wird die Nachricht von einer Insolvenz der Praktiker AG am späten Mittwochabend öffentlich.

11. Juli: Die Geschäftsleitung der Praktiker AG mit Sitz in Hamburg stellt beim zuständigen Amtsgericht in Hamburg Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens für acht operative Gesellschaften (Baumarkt Praktiker Deutschland GmbH, Baumarkt Praktiker DIY GmbH, Baumarkt Praktiker GmbH, Baumarkt Praktiker Online GmbH, Baumarkt Max Bahr Praktiker Einkaufs GmbH, Baumarkt Praktiker Warenhandelsgesellschaft mbH, Baumarkt Praktiker Vierte GmbH, Baumarkt Praktiker Services GmbH). Das Amtsgericht hat daraufhin Rechtsanwalt Christopher Seagon von der Kanzlei Wellensiek für alle acht Gesellschaften zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Max Bahr soll zu dem Zeitpunkt aus der Insolvenz herausgehalten werden. Schon kurze Zeit später sind der Onlineshop und die Marktseite von Praktiker größtenteils abgeschaltet. In Netz und Nachrichten hagelt es Kritik am „Geiz-ist-geil“-Rabattschlacht-Konzept der Baumarktkette und reichlich Spott.

12. Juli: Der Vorstand stellt zudem in Saarbrücken einen Insolvenzantrag für die Praktiker AG. Das Amtsgericht hat daraufhin Udo Gröner von der Kanzlei Heimes & Müller zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt.

26. Juli: Nachdem etwas Ruhe eingekehrt war, der nächste Paukenschlag: Die Geschäftsführer der Max-Bahr-Baumärkte stellen Insolvenzanträge für die Gesellschaften der Max-Bahr-Baumärkte. Für die ursprünglichen Max-Bahr-Märkte, die sich in der Baumarkt Max Bahr GmbH & Co. KG befinden, hat das Amtsgericht den Hamburger Rechtsanwalt Dr. Jens-Sören Schröder zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Vom Insolvenzantrag betroffen sind insgesamt 78 Max-Bahr-Märkte, die 2007 von der Praktiker AG übernommen wurden. Die 54 von Praktiker auf Max Bahr umgebauten Märkte sind davon ausgenommen und werden, wie Praktiker-Märkte, von Christopher Seagon verwaltet. 

30. Juli: Die vorläufigen Insolvenzverwalter starten einen Investorenprozess. Sie haben sich auf das Investmentunternehmen Macquarie Capital für die Begleitung im Investorenprozess geeinigt und eine enge Zusammenarbeit vereinbart. Sie wollen möglichst viele Standorte und Arbeitsplätze sichern. Erste Ergebnisse seien nicht vor Anfang September 2013 zu erwarten, alle Filialen der Praktiker- und Max-Bahr-Baumärkte sind weiterhin geöffnet, der Verkauf an den Standorten geht unverändert weiter

 

 

>>> Quellen u.a.: http://www.praktiker.com/pb/site/praktiker_com/get/633737/130730_PM_Prak_Gemeins_Investpro_final.pdf; Handelsblatt.com; Praktiker.com

 

 

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