++ Praktiker in Insolvenz! Max Bahr nicht betroffen – Betrieb geht weiter +++

 

Der Baumarktkonzern Praktiker AG hat am 12.07.2013 Insolvenz angemeldet! Grund: Überschuldet und zahlungsunfähig. Davon betroffen sind die Praktiker AG und 8 weitere Gesellschaften mit ca. 200 Praktiker-Märkten und 22 „extra Bau & Hobby“-Baumärkten, die ebenfalls zur Kette gehören. Die Max Bahr-Baumarktkette, die seit 2007 zum Praktiker-Konzern gehört, ist nicht mit in die Insolvenz gegangen. In allen Praktiker- und extra-Märkten soll der Betrieb so normal wie möglich weitergehen. Ca. 18000 Mitarbeiter müssen jetzt hoffen und bangen um ihren Arbeitsplatz. und das, obwohl Sie bereits waren, in den letzten Jahren auf 5% ihres Lohns zu verzichten. Da die Konzernzentrale aus dem saarländischen Kirkel nach Hamburg (Sitz von Max Bahr) verlegt wurde, haben alle Gesellschaften beim Amtsgericht Hamburg die Insolvenz eingereicht.

>> Der JdB Blog hat die Nachrichten gesichtet und für Sie Hintergründe und Ziele aufgelistet:

 

  • WER ist betroffen?

Folgende Gesellschaften des Konzerns mit Sitz in Hamburg haben Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt:

  • Baumarkt Praktiker Deutschland GmbH
  • Baumarkt Praktiker DIY GmbH
  • Baumarkt Praktiker GmbH
  • Baumarkt Praktiker Online GmbH
  • Baumarkt Max Bahr Praktiker Einkaufs GmbH (Unternehmen für die Filialen)
  • Baumarkt Praktiker Warenhandelsgesellschaft mbH
  • Baumarkt Praktiker Vierte GmbH
  • Baumarkt Praktiker Services GmbH

 

  • WER bleibt verschont?

Max Bahr und die Auslandsgesellschaften sind bisher nicht insolvent (Praktiker international: http://www.praktiker.com/pb/site/praktiker_com/node/339281/Lde/index.html)

 

  • WIESO kam es zu der Insolvenz?

Das Scheitern des Praktiker Konzerns hat viele Gründe:

  • Praktiker wird vor allem wegen seiner verfehlten Preispolitik für den Absturz verantwortlich gemacht. Kaum ein anderer Werbespruch ist in der Baumarktbranche so bekannt wie der von Praktiker: „20% auf alles – außer Tiernahrung!“ Seit dem Börsengang im Jahr 2007 wirbt Praktiker damit. Und deshalb kamen die Kunden nur noch während der Rabattaktionen. Umsatz und Gewinn haben darunter sehr stark gelitten, teils wurde unter Einkaufspreis verkauft. immer wieder gab es Schlussverkäufe, Rabatte, große Werbeaktionen

 

  • Ein weiterer Grund; In der Geschäftsleitung ging es drunter und drüber, die Finanzierung wurde in der Öffentlichkeit immer wieder gestritten, seitdem Praktiker seit 2009 finanziell in der Schieflage ist. Der Aufsichtsrat und Vorstand wechselten immer wieder munter durch.

 

  • Lediglich mit Max Bahr, dem Zukauf aus dem Jahr 2007, verdiente man gutes Geld. Praktiker hingegen spielte wohl seit Längerem nur noch Verluste ein.

 

  • extra Bau und Hobby ist vermutlich unverschuldet durch Konzernmutter Praktiker in die Insolvenz gezogen worden. Nachdem die Extra-Lebensmittelmärkte von Metro an Rewe verkauft wurden, sind die Extra-Baumärkte an Praktiker eingegliedert worden, des Weiteren wurden kleinere Praktiker-Filialen in ‚Extra‘ umbenannt. Es gibt 22 Märkte bundesweit verstreut

 

  • HAT PRAKTIKER nichts gegen die finanziellen Nöte getan?

Doch! Im Gegensatz zum jetzt gerne genannten Beispiel Schlecker hat versucht gegenzusteuern. Doch wohl zu spät. 2011 wurde die „20% auf alles“ Mentalität aufgegeben. diese kam jedoch weiterhin hin und wieder auf. Und: Praktiker sollte zum Discount-Baumarkt reduziert werden, Hauptmarke sollte Zukauf Max Bahr werden. Von Anfang 2012 bis heute wurden 54 Märkte umgestellt, aus 78 Märkten rund um Hamburg wurden deutschlandweit 132 Märkte. Der kleine Lokalbaumarkt sollte groß rauskommen, auch wenn dafür die Marke Praktiker immer mehr vom Mark verschwinden sollte. Doch jetzt drehten die Kreditgeber den Geldhahn zu, für die Restrukturierungsmaßnahmen ist kein Geld mehr da. Der Max Bahr-Umbau ist jäh gestoppt worden.

Übrigens: die Mitarbeiter erfuhren aus der Presse von der Pleite, dürfen sich dazu auch nicht äußern.

 

>>> Weitere Infos:

PDF der Pressemittelung von Praktiker: http://www.praktiker.com/pb/site/praktiker_com/get/632751/130711_PM%20Insolvenzantrag_final.pdf

Spiegel Online: http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/baumarktkette-praktiker-mit-billig-image-in-die-insolvenz-a-910641.html und http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/baumarktkette-praktiker-stellt-insolvenzantrag-a-910617.html

Handelsblatt: http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-dienstleister/baumarktkette-letzter-strohhalm-fuer-praktiker/8482002.html und Handelsblatt.com

 

DAS SAGEN andere:

Die Medien sagen Praktiker bereits tot, Spott hagelt es bei Twitter und Co., die Kunden sind kaum überrascht. Tengelmann-Chef Haub (Obi gehört zu Tengelmann): Praktiker sei süchtig nach Rabatten, „„Der Drogenabhängige ist gestorben. Man muss immer mehr geben, damit man einen Kick hat.“

 

+++ JdB Blog + Immer top informiert! ++++

 

 

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