Der große ALDI Nord Umbau – Marktcheck

Der große Aldi Nord Umbau – Ein Discounter erfindet sich (fast) neu

Was im März in Castrop-Rauxel (NRW) begann, findet schon jetzt seinen Weg in die Aldi Nord-Filialen. In dem Ort in NRW wurde ein Aldi-Markt abgerissen und ein neuer gebaut. Doch kein einfacher. Hier entstand einer von zwei Aldi Nord-Testmärkten deutschlandweit. Ein Flachdachbau mit viel Glas, einem großen Aldi-A und einem ganz neuen Shopdesign-Konzept. Aldi Nord, Synonym für billiges Einkaufen, für das deutsche Discount-Prinzip, hat sich neu erfunden. Erstmals nach fast 40 Jahren. Nach dem Tod des Aldi-Gründers Theo Albrecht im Juni 2010 hat sich beim Essener Discounter viel getan. Erst war das Design der Eigenmarken dran, nicht mehr so angestaubt um im 70er-Jahre.Look. Dann folgten die komplett umgestalteten Prospekte, die nun sogar nach Hause gebracht werden, eine Sensation für den sparsamen Discounter. Und dann, ganz unerwartet, die Ankündigung einen Testmarkt zu bauen. Doch abgesehen davon, dass das alleine für Aldi Nord eine Sensation ist, war das Innere des neuen Marktes nicht sehr neu. Im April besuchte ich den Markt. Zwar fuhren die Einkaufswagen auf dem neuen, grauen Boden deutlich leiser als sonst, was auch die Presse so sah. Doch sonst hatte man sich das Konzept eher hier und da abgeschaut. Vor allem ist das Konzept eine starke Annäherung an Aldi Süd. Viel grau statt braun und rot, die Hinweisschilder über den Kassen wie in den moderneren Aldi Süd-Märkten. Neue Beleuchtung macht den Markt direkt freundlicher und es gibt eine Backstation, wie es sie in Penny-Märkten gibt, mit erstaunlich viel Auswahl zu niedrigen Preisen. Die Träger der Preisschilder sind nun grau, nicht mehr rot, die Preisschilder nicht mehr im knalligen Geld, über den Tiefkühltruhen gibt es keine Regale mehr, was den Markt viel offener macht. Über den Regalen hängen nun große Bilder, wie bei Lidl. Die Obst- und Gemüseabteilung gibt es nun, wie bei Aldi Süd, vor den Kassen. Die Regale sind auch grau und schwarz. Sogar die Kleidung der Mitarbeiter und das Kassensystem hat man grundlegend erneuert, auch hier abgeguckt bei Aldi Süd. Auch das Sortiment wurde verändert: Es gibt nun eine größere Auswahl an Markenprodukten, zum Beispiel Nutella und andere Produkte von Ferrero. Insgesamt ist der neue Markt, ist das neue Konzept für den Essener Discountriesen eine Revolution. Denn Aldi muss nicht renovieren um Kunden zu gewinnen wie Penny und andere. Merkwürdig nur, dass sowohl auf dem Aldi-Logo auf dem Parkplatz als auch auf dem über dem großen Eingang das Wort „Markt“ im Logo von „Aldi Markt“ fehlt. Ohne dieses Wort fehlt etwas. Ob Aldi Nord hier, wie Penny Markt, den Bestandteil des Namens aufgeben will, bleibt offen.

Bei Aldi Nord wagt man den Schritt eines Umbaus weil man kann, nicht weil man muss. Und so ist das neue Konzept, wenn auch hier und da abgeschaut, im Großen und Ganzen eine Verbesserung, der Charme der 70er-Jahre, das typische Discount-Design hat ausgedient, die dunklen, schlecht beleuchteten Märkte mit dunklem braun und unschönen Regalen sind nun Geschichte. Abzuwarten bleibt nur, wie es weitergeht, wie schnell und ob man das Konzept überhaupt auf alle Märkte ausrollen wird. Oder ob es auch einige Neubauten geben wird.

Aldi Nord probierte hier aus, ob die Kunden das neue Konzept gut finden. Und die Stadt im Ruhrgebiet durfte darüber entscheiden. Anscheinend war die Entscheidung posititv, denn schon jetzt ist das Konzept in manchen Filialen angekommen. An nur einem Tag wurde eine große Filiale umgebaut, „Unsere Verkaufsstelle bekommt ein neues Gesicht. Ab morgen sind wir wieder für Sie da.“ heißt es auf einem Aushang. Ungewohnt freundlich für Aldi Nord. Schon am nächsten Tag hat man das Konezpt umgesetzt, keine Regale über den Tiefkühltruhen, eine Backstation und vieles mehr. Doch ein Tag mehr hätte nicht geschadet, Teile der Einrichtung liegen herum, Paletten stehen im Weg. Viel Zeit zum Ordnen der Ware hatte man sichtlich nicht. In einer kleineren Aldi-Filiale bewirkte das neue Konzept deutlich mehr: Der kleine, enge Markt wurde durch neue Beleuchtung viel großzügiger und übersichtlicher. Wenn Aldi Nord das Konzept auf alle Märkte ausrollt und sich dabei etwas Zeit lässt, kann der Wandel gelingen.

Fotos, unter anderem vom Store-Check der Lebensmittelzeitung im April (lebensmittelzeitung.de):

 

Der Eingang mit dem großen, abends beleuchteten ALDI-A, neben dem Schriftzug fehlt das Wort „MARKT“. (LZ)

 

Innenansicht des Marktes: Breite Gänge, große Fensterfront, sehr hell durch Dachfenster un die neue Beleuchtung. Die Preisschildhalter sind nun grau, wie der Boden (JdB Blog)

 

Kühlregal in grau, darüber dazu passende Bilder wie bei Lidl (LZ)

 

Gang im Eingangsbereich, im Hintergrund die Backstation und danben das Brotregal, beide beleuchtet. Links das Zeitschriftenregal. (JdB Blog)

 

Die neuen Kühltruhen, grau statt rot und ohne Regal obendrauf. Hier werden sogar die Tiefkühltragetaschen angeboten statt wie sonst erst an der Kasse. (JdB Blog)

 

Elektronische Hinweisschilder wie bei Aldi Süd, zeigen an welche Kassen geöffnet sind, was außerdem von einer automatischen Ansage verkündet wird. (JdB Blog)

 

Mitarbeiterin in neuer Kleidung, statt Aldi-Logo nur noch das Aldi-A (LZ)

 

Der Aldi-Markt in Castrop-Rauxel vor dem Umbau. Typisch mit Klinkern und braunem Satteldach. (derwesten.de)

 

Flyer aus einem anderen umgebauten Markt

 

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Ein Gedanke zu „Der große ALDI Nord Umbau – Marktcheck

  1. Der detaillierte Bericht, sowie die ergänzenden Fotos ergeben einen informativen Ausblick auf das, was uns in Rheda demnächst erwartet. Aldi-Nord ist dabei, die bisher sehr gut frequentierte Filiale abzureißen und hat überdies 3! Nachbargrundstücke hinzugekauft.
    Wenn man erwarten kann, dass unsere Filiale ebenso attraktiv gestaltet wird, wie im o.s. Bericht, entwickelt sich bei mir jetzt schon große Vorfreude.

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