Um 15 Uhr war alles vorbei: Licht aus bei Schlecker

Ein Stück deutsche Einzelhandelgeschichte ist seit heute, 27. Juni 2012 um Punkt 15 Uhr für immer abgeschlossen.

Schlecker, Synonym für den deutschen Drogeriemarkt, den Drogerie-Riesen schlechthin gibt es nicht mehr. Heute haben alle verbliebenen 2800 Filialen endgültig die Lichter ausgemacht und die Türen verschlossen.

Die Filialen, die überhaupt noch geöffnet haben, heute an Schleckers letztem Tag. Denn sehr viele Filialen waren längst leer, nach dem Anfangs-Rabatt des Totalräumungsverkaufs von 30% war kaum noch etwas zu holen für die Kunden und Schnäppchenjäger. Der Rabatt erhöhte sich auf 50-70%, am vergangenen Montag auf 90%. Wie 2010 in den letzten Tagen der Kaufhauskette Hertie. Heute dann, am Mittwoch, wurden die allerletzten Reste, Ladenhüter, für unglaubliche 20 Cent verkauft.

Alles was dennoch übrig blieb, soll nun in den (noch) nicht geschlossenen Schlecker XL-Filialen verkauft werden. Für die Mitarbeiter/innen von Schlecker XL und IhrPlatz gibt es noch Hoffnung.

Insgesamt 25.000 Mitarbeiter der normalen Schlecker-Filialen hat die Insolvenz den Job gekostet.

Knapp 6000 Filialen wurden geschlossen, somit 6000 leere Immobilien.

Doch wem wird Schlecker fehlen? Allerhöchstens Stammkunden, Kunden die auf dem Land, wo Schlecker oftmals einziger Markt im Ort war, keine Alternative hatten und eingefleische Schlecker-Fans werden vermutlich um ihren Schlecker-Markt trauern. Doch in größeren Orten gehen die Kunden seit vielen Jahren schon zur Konkurrenz dm, Rossmann oder Müller.

Und wenn man sich die nun leeren Filialen anschaut, ist die Insolvenz un der Kundenmangel kein wunder. Klein, eng, völlig heruntergekommen und veraltet sind die meisten Märkte, vor allem die Ausstattung. Gut zu sehen an Bildern bei ebay, wo, wieso auch immer, Privatpersonen zahlreiche Märkte inseriert haben und zu Spottpreisen deren komplettes Inventar zur Auktion stellen. Von uralten Kassen über Bürostühle, Mitarbeiterspinde, Einkaufswagen bishin zur veralteten Überwachungstechnik.

Über die Größe der Schlecker-Märkte lästerte vor Kurzem dm-Gründer Werner Götz: «Der normale Schlecker-Markt ist für uns zu klein. Da würden wir gerade mal unser Zahnpflegesortiment unterkriegen», sagte er dem „Tagesspiegel“.

Für die Kunden zu teuer, für die Übernahme durch die Konkurrenz zu klein, aus dem, was von Schlecker übrig bleibt, wird nicht mehr viel werden.

>>> Der JdB Blog bleibt dran: Die letzten Märkte geschlossen, doch die Geschichte Schlecker geht weiter. Was wird aus Schlecker XL und IhrPlatz? Was wird aus den Märkten, wie geht die Abwicklung weiter? Wir bleiben dran und werden weiter recherchieren und berichten. Hintergründe, Zeitstrahl und mehr!

15 Uhr – das Aus für Schlecker

Schlecker-Standard. Vergilbte Schilder, abgenutzte Möbel, keine Scannerkasse. All das, was bei der Konkurrenz seit sehr langer Zeit Standard und von den Kunden gewollt ist, gab es bei Schlecker nie. Als Schlecker damit anfangen wollte, war es längst zu spät.

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