System Wiesenhof, ALDI verändert sich, EDEKA

Nach Wiesenhof-Dokumentation: REWE prüft, andere streichen

Nachdem in der vorletzten Woche in der ARD-Dokumentation „Das System Wiesenhof“ bekannt wurde, wie man dort die Tiere behandelt, kündigt nun REWE strenge Kontrollen an. Man wolle die Wiesenhof-Produkte nicht aus dem Sortiment nehmen, da dies den Tieren nicht helfen würde, sondern man habe mit Wiesenhof abgesprochen, dass Kontrolleure der REWE-Qualitätssicherung ohne Anmeldung in den Betrieben kontrollieren dürfen. Im Gegensatz zu Rewe haben, laut eines Kommentars eines Facebook-Nutzers auf der REWE-Facebook-Seite, die Supermarktketten coop (Norddeutschland), Migros und Denner (Schweiz)
die Wiesenhof-Produkte radikal aus den Sortimenten geworfen. Meiner Meinung nach zurecht, in der Dokumentation wurde gezeigt, wie lebendige Hähne in Kisten geschleudert werden, die Puten während des Einfangens durch die Halle geworfen oder getreten werden. Der Firmenchef stritt natürlich alles ab.

>>> Infos:

Die Dokumentation: http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=8068044

REWE: Facebook-Seite REWE
„Pouletbrüstli Schweizer Herkunft“: http://www.denner.ch/de/ueber-uns/medien/medienmitteilungen/news-detail/article/2011/09/12/kein-pouletfleisch-von-wiesenhof-mehr-bei-denner-dafuer-schweizer-pouletbruestli-zum-importpreis/

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ALDI Nord verändert sich

Nun geht es nicht nur den Eigenmarken an den Kragen: Auch das alte Prospekt-Design verschwindet und wird zum ersten Mal nach sehr langer Zeit erneuert. Nachdem man 2010 mit einer groß angelegten Erneuerung der Eigenmarken-Gestaltung begonnen hatte, wird nun das Prospekt verändert. Bereits seit Ende August gibt es das neue Prospekt. Und das ändert sich: Den „ALDI Tipp“, die Angebots-Kategorie für Nahrungsmittel, gibt es jetzt nicht mehr, es heißt jetzt nur noch „ALDI !“. Sogar in den Märkten steht dieser Name nun auf den gelben Schildern. Statt dem alten „ALDI Tipp“-Logo mit dem netten Hinweis „Nur für kurze Zeit –  wir empfehlen Ihnen, sich zu bevorraten“ jetzt nur noch „ALDI !“ Sehr aussagekräftig. Was sagt einem das in Bezug auf Lebensmittel im Angebot? Über den Angeboten von REWE steht ja auch nicht „REWE !“ WO man gerade einkauft, sieht man ja wohl am Eingang.  Auch das „ALDI aktuell“ Logo ist nun verändert worden. Es ist in einer Reihe mit dem ALDI-Logo geschrieben und nimmt nicht mehr so viel Platz, z.B. in der Zeitungsanzeige. Auch ALDI talk, und der Blumen- und Fotoservice haben ein neues Logo in genau diesem Design bekommen. Die Überschriften „Ab Donnerstag im Angebot“ sind zwar noch in rot (ab Montag) und blau (ab Donnerstag) geschrieben, jedoch nicht mehr im Handschrift-Design. Auch sonst ist das neue Prospekt deutlich aufgelockerter als vorher. Die Angebote sind nicht mehr auf engem Raum zusammengequetscht, die Werbung für Eigenmarken nimmt nun noch mehr Platz ein. Für die Bier-Marke lässt ALDI Nord in seinem Prospekt zwei Seiten voll bedrucken, mit nur zwei Preisen. Bereits 2010 wurde damit begonnen, die Eigenmarken groß zu bewerben, im Internet, in Zeitungen, auf den Tragetaschen, in den Filialen und natürlich im Prospekt, so stark wie nie zuvor. 2010 scheint ein besonderes Jahr gewesen zu sein. In jenem Jahr starb ALDI Nord-Gründer Theo Albrecht. Seitdem wurden fast alle Eigenmarken neu designt, alte Konzepte, z.B. Prospekt und andere Werbung überdacht und geändert. Man wil weg vom Typisch-ALDI-Image. Ob es wirklich mit dem Tod Albrechts liegt, ist nur eine Vermutung. Fest steht jedoch, dass ALDI Nord sich immer weiter von seinem alten Ich entfernt. ALDI Nord ist das Synonym für den deutschen Discountmarkt. Schlicht, billig, nicht gerade schön. Das scheint man, wenn auch zaghaft und schleichend, ändern zu wollen.

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EDEKA renoviert Marken

Die Supermarktkette EDEKA erneuert seine „Qualitätsmarke“ EDEKA komplett. Nachdem erst vor Kurzem wieder groß Werbung für die Discount-Eigenmarke „Gut & Günstig“ gemacht wurde, ist nun die Eigenmarke „EDEKA“ dran. Bisher waren unter der Dachmarke zahlreiche Marken zusammengefasst, z.B. mibell, Rio Grande, Backstube, Gutfleisch etc. All diese altbekannten Marken hat EDEKA nun ausgelöscht. Nun heißen Sie nur noch „EDEKA“. In komplett neuem Design stehen sie auch in der Werbung im Vordergrund, z.B. im TV-Spot in dem ein, nun ja „netter Herr“ zwei kleinen Kindern die Eigenmarken-Struktur von EDEKA erklärt.
Doch ein Gutes hat die Umstellung: Vorher gab es für fast jedes Eigenmarken-Produkt einen eigenen Namen, z.B. „EDEKA Soßenbinder“, „EDEKA Bonbons“ oder „EDEKA Kartoffelprodukte“. Nun gibt es ein einheitliches Desing und einen einheitlichen Namen für alle produkte, das macht es den Kunden leichter, sich zurecht zu finden. Nun gibt es nur noch die Marken „EDEKA (viele Marken zusammengefasst), „EDEKA Bio“ (Bio-Produkte, vorher EDEKA Bio Wertkost), die Themen-Marken „EDEKA France, Espana oder Italia“, „elkos“ (Körperpflegeprodukte) und „Gut & Günstig“. Nachdem REWE bereits 2006 seine Qualitäts-Eigenmarken umbenannte (z.B. Fülhorn, Salto etc.) und ihnen den eigenen Namen gab, geht EDEKA nun auch diesen Schritt und entfernt einige Markenname aus seinem Sortiment.

PS: Zwar sehen die Verpackungen der EDEKA-Marken sehr edel aus, jedoch sind sie vom Preis her genau so teuer wie die „REWE“-Produkte und von der Qualität wahrscheinlich auch gleich.

Die neuen EDEKA-Marken

Das Werbegesicht für die neue Marke….

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Viel Grün und nichts dahinter – Rewe-Group startet Nachhaltigkeitswoche

Wie bereits im letzten Jahr im September startet die Rewe-Group und damit REWE, Penny und toom in dieser Woche (ab 12.09.) wieder eine sogenannte „Nachhaltigkeitswoche“. In diesem Jahr unter dem Motto „Hallo Erde – Gemeinsam für Mensch & Umwelt“. Unter dem Deckmantel des Umweltschutzes verprasst die Rewe-Gruppe wieder zigtausend Euro für Werbung.  „Doch nicht nur in den Märkten ist das Thema Nachhaltigkeit in der „Hallo Erde!“-Woche jederzeit spür- und erlebbar.  Die „Hallo Erde!“-Woche sorgt durch Zeitungsanzeigen und Radiospots sowie im Internet (www.halloerde.bild.de), über Funkspots in 91 Radiosendern in einer breiten Öffentlichkeit für Aufmerksamkeit. “
Bis auf die Spenden und die reduzierten Bio-Eigenmarken-Produkte hat die Aktion nicht viel mit Umweltschutz zu tun. Schützt man die Umwelt neuerings, indem man Kindern einen Apfel und eine Banane schenkt? Penny Markt verkauft in der nächsten Woche unter dem Motto „Gemeinsam für mehr Menschlichkeit handeln“ Pampers, Balisto und ORAL-B-Aufsteckbürsten. So menschlich. Für den Tier- und Pflanzenschutz gibt es Sheba-Katzenfutter, Lipton Earl-Grey Tee oder Magnum-Eis mit Ecuador-Kakao. Hinter den meisten Marken stecken zwar Unternehmen,
die mit REWE bei der Nachhaltigkeitswoche zusammenarbeiten, jedoch weiss man nicht, was sie für Tier, Mensch und Umwelt tun, und wenn man die Pressemitteilung nicht gelesen hat, versteht man als Kunde auch nicht, was Zahnbürstenköpfe in der Rubrik „Gemeinsam für mehr Menschlichkeit handeln“ zu suchen haben.

Das, was hinter den Kulissen geschah, hatte schon eher mit dem Thema zu tun, die Rewe-Gruppe lud zu einem „Nachhaltigkeits-Forum“ nach Berlin. Doch das, was in den Märkten passiert, ist lediglich eine grün angehauchte Werbekampagne, die den Kunden ein grünes Gewissen einreden soll. Meiner Meinung nach.

>>> Infos:

Informationen: Der Terminplan der grünen Woche: www.rewe.de, www.penny.de, www.halloerde.bild.de
Pressemitteilung: http://www.rewe-group.com/socialmedia0/

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