Zurück aus der Sommerpause

Liebe Besucherinnen und Besucher,

der JdB Blog ist zurück aus der Sommerpause! Lesen Sie jetzt hier zahlreiche Artikel zu verschiedenen Themen. Das Top-Thema: Etikettenschwindel bei Rossmann: Verwirrspiel nach Kloppenburg-Übernahme. Außerdem: TOP wird endgültig trinkgut u.v.m.! Viel Vergnügen!

Nach Kloppenburg-Übernahme: Wo Kloppenburg draufsteht, ist Rossmann drin

Im Jahr 2008 hat die Drogeriemarktkette ROSSMANN die norddeutsche Drogeriemarktkette KLOPPENBURG gekauft. Zuerst fing es mit einigen Eigenmarken-Produkten an, die das Kloppenburg Sortiment erweiterten. Doch nun, als ich 2011 wieder in Schleswig-Holstein war, ist von den Kloppenburg-Märkten nur noch das Logo als leere Hülle an Wand draußen zu sehen. An der Tür das „O“ aus dem Rossmann-Logo, so auch an den Kassen. Der Laden wurde komplett umgebaut, ein nagelneuer Rossmann ist nun drin, eingerichtet nach den neusten Standards. Nur die Sortimente Schreib- und Spielwaren wurden von Kloppenburg übernommen. So berichtete es Welt Online. Man wolle von 160 Kloppenburg-Märkten 30 auf Rossmann umstellen. Wenn der Markt, den ich meine einer der 30 sein sollte, warum steht dann nicht Rossmann dran? Doch die meisten der 30 sollen in Niedersachsen liegen. Zwar macht man keinen Hehl daraus, dass es Rossmann sein soll, die Marken, das Design, die Plakate. Überall prangt das rote Logo. Lediglich auf dem Kassenbon im Rossmann-Design, auf der Fußmatte im Eingang, auf den Tüten steht noch Kloppenburg. Doch auf der Tüte steht nicht unter dem jetzt roten Kloppenburg-Logo kloppenburg.de sondern rossmann.de Auch auf den Prospekten und einem Plakat heißt es „Rossmann & Kloppenburg“. Und dieser Markt war kein Einzelfall, auch andere Märkte hießen Kloppenburg, innen drin war aber auch hier ein ganz neuer Rossmann. Und das unnötige Verwirrspiel geht weiter. Ein Beispiel: Auf der weiterhin erreichbaren Seite kloppenburg.de heißt es, die Filiale Grömitz wäre ein Kloppenburg. Auf rossmann.de ist der Markt als Rossmann gekennzeichnet. Recht haben beide. Draussen steht Kloppenburg, innen ist es Rossmann. Zwar hat sich das Design deutlich gebessert, die Kloppenburg-Märkte waren ziemlich kahl, unsortiert und altmodisch. Doch warum das lächerliche Hin und Her? 8 Millionen lässt sich Rossmann die Umgestaltungen kosten, um die Umsätze in den Märkten zu steigern. Warum dann nicht das Logo abmontieren?

Und was war der Auslöser? Damit die Drogeriemarktkette dm nicht in das Stammgebiet von Rossmann eindringt, hat Rossmann sich sehr bemüht, Kloppenburg kaufen zu können:

„Wir haben uns sehr angestrengt, den Zuschlag für Kloppenburg zu bekommen“, so Rossmann. „Denn wenn unser Wettbewerber dm die 160 Filialen bekommen hätte, wäre das nicht so gut gewesen.“ Wie viel für das Unternehmen gezahlt wurde, teilte Rossmann nicht mit. Die Karlsruher rücken immer mehr in den Norden vor – das angestammte Terrain von Rossmann.“, heißt es auf welt-online.de

Das ist passiert und die Marke Kloppenburg stirbt aus. Nur weil das Logo noch hängt, ist die Marke nicht mehr lebendig. Welt Online befürchtete schon 2008, dass es Kloppenburg wie dem Rossmann-Zukauf „kd“ gehen könnte: „Diese Ketten erzielen heute schon 90 Prozent des Branchenumsatzes, nachdem innerhalb weniger Jahre nach knallharten Preiskämpfen erst „Drospa“, dann „kd“ und „Idea“ als eigenständige Anbieter vom Markt verschwanden. Sollte das Kartellamt zustimmen, dürfte auch „Kloppenburg“ bald Geschichte sein.“

Den Namen Kloppenburg scheint man erhalten zu wollen, wenn auch anscheinend nur als leere Hülle. Ob das bei jedem Markt geschehen soll, kann ich nicht sagen.
Man hätte lieber dem Beispiel von Schlecker folgen sollen. Schlecker hat 2007 die Kette Ihr Platz gekauft. Die angestaubte Drogeriemarktkette bekam ein neues Logo und ein komplett neues Ladendesign und wird nun als Luxus-Marke und eigenständiges Unternehmen weitergeführt. Hier hat man nur die Schlecker-Marken eingeführt und die Marke nicht so rabiat und unprofessionell ausgehöhlt.


TOP wird trinkgut !

Nach Informationen eines JdB Blog-Lesers sollen nun doch alle TOP-Getränkemärkte auf trinkgut umgestelllt werden. Trinkgut wurde in diesem Jahr von EDEKA gekauft jedoch gehört auch TOP zu EDEKA. Durch ein Prospekt wurde ich auf die Umstellung von TOP auf trinkgut aufmerksam, dort betraf es jedoch nur eine Filiale. Ein Leser berichtet nun in einem Kommentar, dass bis Ende des Jahres alle Märkte umgeflaggt werden sollen. Nach Recherchen im Internet stellte sich heraus: Um die Auflagen des Bundeskartellamtes für die Übernahme von trinkgut durch EDEKA zu erfüllen, müssen einige Märkte verkauft werden. Nun verkauft trinkgut 28 und TOP 9 Märkte. Diese gehen an Dursty (20), Hoffmann (14) und Rewe Dortmund (2). Bei Rewe werden die zwei trinkgut-Märkte in Duisburg an die Supermärkte angeschlossen.

Doch was wird aus den TOP-Märkten? Bleiben Sie TOP oder werden Sie trinkgut? „Gleichzeitig wird sich das Filialnetz von Trinkgut durch die Integration der TOP- und Marktkauf-Getränkemärkte von Edeka im nächsten Jahr auf mehr als 300 Standorte vergrößern.“, heißt es auf „derhandel.de“ Zwar gibt es nur wenige TOP-Märkte und TOP gehört bereits wie die Marktkauf-Märkte zu EDEKA, doch dass der Neuzugang der EDEKA-Gruppe gleich die alten Marken ablöst ist merkwürdig.

>>> Schon gewusst: Hinter Dursty steckt die Brauerei Veltins, hinter Hoffmann Radeberger (Die Radeberger-Gruppe mit vielen Biermarken gehört zu Oetker).

 

Auch zur real Murmelaktion gab es einige Kommentare. Einige mögen die Aktion und ein/e real- Mitarbeiter/in berichtet von einem vollen Erfolg der Aktion, es bringe „mehr als das gewünschte Plus“ entgegen meiner Meinung und Erwartung.

 

Praktiker: Neues Gesicht oder nur neue Ware?

Die Baumarktkette Praktiker steckt in der Krise. Wie die Sueddeutsche Zeitung berichtete sind die Umsatzzahlen schlecht, die Konkurrenz stärker. Die bei Praktiker omnipräsente „Geiz ist geil!“-Masche („20% auf alles!“) funktioniert nicht. Nun heißt es in einem Prospekt: „Größter Räumungsverkauf der Baumarktbranche!“ – „Wir brauchen mehr Platz für viele neue Produkte!“

Doch eine Seite weiter heißt es dann „Zukünftig erlben Sie noch mehr Service, den übersichtlichsten Praktiker aller Zeiten und ein Sortiment das einfach keine Wünsche offen lässt.“ Daher müsse man das Lager aufräumen. Mit Service und Übersichtlichkeit konnte Praktiker noch nie punkten. Und was hat das Lager mit neuem Service und besseren Märkten zu tun?

Also eine Lagerräumung für neue Ware oder ein Umbruch im Handel? Versteckt sich hinter der Werbebotschaft ein neues Design für die Märkte, besserer Service und ein ganz neuer Praktiker? Noch ist nichts bestätigt.

Die (Mini-)Eigenmarkenrevoulution

Und wieder wüten die Designer im Einzelhandel: Die Discounterkette Penny Markt und die Drogeriemarktkette Rossmann ändern weiterhin ihre Logos. Erst 2008 wurden bei Penny alle Marken einem Relaunch (Neu-Design) unterzogen, nun geht es weiter. Die Marken Comet z.B. wurde erneuert, nun auch die Getränkemarke. Warum gefallen die Design nach so kurzer Zeit nicht mehr? Auch Rossmann scheinen seine Marken nicht mehr zu gefallen. Vor einem Jahr wurde aus der Haarstyling-Marke „Yung“ „Isana Hair“. Und unter die Dachmarke „Isana“ kommen wohl auch noch andere Marken, z.B. „Cerrus“, jetzt „Isana Men“. Doch im Gegensatz zu Penny Markt, wo Marken still und heimlich geändert werden (Die Molkereiprodukte-Marke Campus wurde in elite umbenannt, hieß vorher schon kleefeld), reduziert Rossmann die Preise der Marken, die einen neuen Namen bekommen. Sind die Bestände ab verkauft, kommt die neue Marke.

 

Auch ALDI Nord ändert Marke

Seit dem Tod des Aldi-Mitbegründers The Albrecht läuft bei Aldi Nord (Markt) eine groß angelegte Eigenmarkenoffensive. Zuerst wurden Sie nur auf großen Plakaten, auf den Tragetaschen und dem Prospekt ganzseitig beworben, doch kurz danach wurden auch einige Design der Produkte geändert, mal nur das Verpackungsdeisgn, mal wurde auch das Logo geändert. Nun wurde ein ganzer Markenname gelöscht. Die Brot- und Backwarenprodukte des Discounters wurden bisher unter dem Namen „WEFA“ verkauft. Nun liegen sie in neuem Design und unter dem neuen Namen „Goldähren“ verkauft.

>>> Schon gewusst: Hinter dem Namen WEFA steckt die Kronenbrot KG. Auch Aldi Süd wird von WEFA beliefert. Hier heißen die Produkte auch noch so.

Typisch Norddeutsch: Toaster und Wiener Würstchen ?

Der Supermarkt REWE und die Discounttochter Penny Markt machen die Salatsoße „Sylter Soße“ nach. Anscheinend hat man bemerkt dass sich die Soße gut verkauft. Bei REWE unter dem Namen „Rewe Sylter Art“ und bei Penny unter “Echt nordisch“ gibt es die Flaschen im fast gleichen Design nur günstiger. Doch Penny geht weiter und verkauft auch andere Produkte unter der Nordmarke. Ob nur im Norden (der Prospekt stammt aus einem norddeutschen Markt), weiß ich nicht. Im Prospekt heißt es, es seinen regionale Spezialitäten. Doch was ist an Wiener Würstchen typisch norddeutsch? Meiner Meinung nach wenig. Doch auch andere Marken verkaufen angebliche Nordprodukte. Die Märkte der coop eg, sky und plaza
verkaufen Produkte der Marke „Unser Norden“. Diese sollen alle aus der Region stammen. Das Sortimentumfasst alles, was andere Eigenmarken auch bieten, jedoch auch Non-Food wie Geschirr, Kleidung, Elektrogeräte. Was ist dann also an Toaster, Wasserkocher, Kappe, Fahne oder Kaffeeservice typisch norddeutsch? Und die Produkte wurden auch bestimmt nicht im Norden hergestellt worden, sondern stammen eher aus China. Im Internet heißt es dazu nur: „Damit wir uns nicht missverstehen: Nicht alle Rohstoffe können aus unserer Region kommen. Nördlich der Elbe wachsen kein Pfeffer, kein Kaffee und keine Apfelsinen. Selbst beim Honig ist es so, dass deutscher Honig nur 15% unseres Bedarfs deckt, so dass wir ihn zusätzlich auch aus dem Ausland beziehen.“

Doch von den Elektrogeräten oder anderen Non-Food-Produkten keine Spur.
„Aber immer geschehen die Aufbereitung und die Veredelung in unserer norddeutschen Region, nach unserem Geschmack und unseren Traditionen.“ Ist es besonders wenn das Unser Norden-Logo in Norddeutschland auf die Geräte aus China geklebt wird? Naja. Auch kann in einigen Bereichen nachgelesen werden, wer was herstellt. Nur nicht im Nonfood-Bereich.


Hier zwei Beispiele: Penny findet Wiener Würstchen, plaza und sky finden Banenchips und Reiscracker norddeutsch.

 

OBI: Der Biber lebt!

Die Baumarktette OBI stellt sein Maskottchen den Biber wieder in den Vordergrund. In einer Radiowerbung werden Biberwochen angekündigt, im Internet werden für „Biber-Feste“ in verschiedenen Märkten und für Aktionen bei facebook geworben. Nachdem der Biber nach der Absetzung des Mottos „alles in OBI!“ nicht mehr im Logo verwendet wurde, verschwand er fast völlig, trat nur bei Neueröffnungen auf. Nun ist er wieder präsent, sehr sogar.


Die Discount-Apotheken-Kette DocMorris hat nach langer Zeit ein neues Logo:

vorher:   nachher:

 

 

Quellen: wikipedia & docmorris.de

 

ja! bei plaza & sky

Nachdem die Rewe-Gruppe verkündete mit der coop eg zusammenzuarbeiten, haben
die coop-Märkte plaza und sky nun auch die „ja!“-Produkte fürs Preiseinstiegssegment ins Sortiment übernommen. Im plaza Center kiel wurde extra eine riesige Fläche mit ja!-Produkten vollgestellt unter dem Motto „Unsere Billigsten bei plaza“. Wie einst bei RATIO, wo die EDEKA-Marke Gut & Günstig eingeführt wurde, werden nun dort die Kunden an die neue Marke herangeführt.

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