Grünes Licht fürs Grünzeug

+++ Nicht schuldig – Bundesverbraucherministerium spricht Gurken, Tomaten und Salat endlich frei – Waren es doch die Sprossen? +++

 

+++ IN KÜRZE: Video-Rückblick +++

Die geradezu lächerlich anmutende Jagd nach der EHEC-Quelle geht weiter. Doch jetzt, zwei Wochen nachdem eine Verzehrwarnung für Gemüse ausgesprochen worden ist, wird sie wieder aufgehoben. Und das, obwohl es seit genau so langer Zeit auch keine Beweise dafür gab. Erst vor Kurzem berichtete ich von den vielen Verdächtigen, erst gestern hieß es, es könnte doch eine Gurke gewesen sein. Nun aber sind „nur“ noch die Sprossen die Übeltäter, auch hier natürlich ohne Beweise.

Es weiss immer noch niemand, wo EHEC nun herkommt. Mehrere Wochen haben die Ministerien mit ihren haltlosen Warnungen die Erzeuger in Deutschland und Spanien in den Ruin getrieben, erst am Mittwoch sprach Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) noch davon, dass er kein rohes Gemüse mehr isst.

Nun ist der Spuk aber vorbei. Doch ob es nun die Sprossen waren oder nicht weiß noch niemand.

 

– Ruhe im In- und Panik im Ausland –

 

Und kaum sind Salat, Gurke und Co. entlastet, geht auch die EHEC-Hysterie aber auch die normale Informationsmenge zurück. Spiegel Online berichtet lieber über Ex-Dr. Guttenbergs Umzugspläne ins Ausland und die Hinweis-Pop-Ups bei den Einzelhändlern sind verschwunden. Nur die BILD berichtet wie gewohnt hysterisch über die „Todes-Sprossen“.

Doch das Ausland ist noch lange nicht beruhigt: “ Eine Hamburger Schultheatergruppe ist wegen der Ehec-Welle in Deutschland von einem internationalen Treffen in Ungarn ausgeladen worden. Die Organisatoren hätten die Einladung zurückgenommen, sagte der Schulleiter des Gymnasium Ohmoor in Hamburg-Niendorf, Detlef Erdmann. Die Veranstalter hätten vor einer Woche sehr freundlich mitgeteilt, dass es wegen der „Gurkengrippe“, wie sie es nannten, Probleme bei anderen Theatergruppen gebe.“, schreibt die WAZ (derwesten.de)

 

Auch die Briten sind „not amused“:

 

„Die britischen Ruderer haben ihre Teilnahme am Weltcup in Hamburg abgesagt. Der britische Ruderverband gab am Donnerstag auf seiner Homepage bekannt: „Das Ruderteam hat sich vom Weltcuprennen in Hamburg am Wochenende vom 17. bis 19. Juni zurückgezogen. Die Entscheidung fiel aufgrund der Risikobewertung in Bezug auf die aktuelle Ehec-Problematik in der Region.““(derwesten.de)

Und Spanien, Haupt-Leidtragender der deutschen Anti-Gurken kampagne will in nächster Zeit in allen Einzelhandelsgeschäften die Kampagne mit dem Motto „Die Gemüse der Saison sind da – vertrauenswürdig“ starten.

Gemüse ist nun doch nicht EHEC-Quelle, die Zahl der Neu-Erkrankungen gehen zurück, doch damit auch das gesamte Interesse der Medien. Und das darf nicht sein, denn die Erkrankten sind nicht auf einen Schlag gesund, und die Todesfälle darf man auch nicht einfach ignorieren.

Darauf einen saftigen Gurkensalat mit Tomaten – vielleicht auch bald mit Sprossen?

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