Die große EHEC-Angst

Seit nunmehr über drei Wochen ist der Darmkeim EHEC das Top-Thema in Deutschland. Über 1000 Fälle, über 6oo davon schwer an HUS erkrankt. Doch was ist der Auslöser? Hiermit möchte ich die Seite des Handels beleuchten.

Die Jagd nach dem Verursacher des Erregers läuft weiter. Immer mehr Produkte geraten in Verruf, immer mehr Vermutungen und Behauptungen. Waren es erst Obst und Gemüse, dann nur Salat, dann nur abgepackter Salat, dann war schnell die spanische Gurke als Bösewicht ausgemacht.

Alle haben sich daran festgebissen, der Spiegel bildet ein Bild einer Gurke immer noch unter der Überschrift EHEC bei Spiegel Online ab. Die ZDF-Satire-Sendung heute show startete die „Los Gurkos“-Kampagne.

Doch es waren nicht die Gurken, das Bakterium, dass gefunden wurde, war nicht das, was EHEC auslöst.

Die spanischen Bauern fühlten sich völlig zurecht verschaukelt, nahmen schließlich alle Märkte die spanischen Gurken aus den Sortimenten, Warnungen über Warnungen und Millionenverluste in Spanien. Völlig gerechtfertigt finde ich auch, dass die spanischen Bauern rechtliche Schritte gegen Deutschland einleiten will.

Kurzzeitig war es auch ein Lübecker Restaurant, dessen Umsatz um 60 % zurück ging.

Und: Waren es am Sonntag Abend kurze Zeit eine Biogasanlage als EHEC-Herd, waren es nur kurze Zeit später Sprossen aus Niedersachsen.

Sofort warnten niedersächsisches Verbraucherministerium vor Sprossen, auch das Bundesverbraucherministerium sprang auf diesen Zug auf. Und das, ohne dass der Erreger dort gefunden wurde! Die einfache Vermutung reichte den Ministerien, um mit Warnungen für Hysterie zu sorgen und den Betrieb damit in den wahrscheinlichen Ruin zu treiben. Auch der BILD-Kolumnist Franz Josef Wagner frohockte gestern „Jetzt haben sie den Auslöser, aber sie kriegen den Feind im Körper nicht.“, doch weit gefehlt.

Die Supermärkte und Discounter nehmen nun Sprossen aus dem Sortiment, egal von welchem Lieferanten.

Heute stellte sich raus, dass die Sprossen nicht der EHEC-Auslöser sind!

Auch die Verzehr-Warnung vor Obst und Gemüse ist noch aktiv, das Verbraucherministerium will daran festhalten. Ohne zu berücksichtigen, dass dies die Kunden verschreckt und die Bauern in den Ruin treibt. Bei allem Mitgefühl für die Erkrankten sollte man auch diese Seite zeigen.

Die Bauern in Spanien und Deutschland, der Betrieb in Niedersachsen, das Lübecker Restaurant, aber auch die Supermärkte, Discounter und Restaurants, Catering-Services, alle machen Verluste.

Die Suche bleibt offen, es bleibt abzuwarten, was noch alles durch verfrühte Warnungen in Verruf geraten wird. Auch für die Betroffenen ist dies eine Zumutung.

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