Verfasst von: JdB Blog | 17. April 2013

REPORT: 100 Jahre ALDI: Sogar ALDI feiert mit

Der deutsche Ur-Discounter begeht in diesen Tagen ein stattliches Jubiläum: Unter dem Motto „100 Jahre Kaufmannstradition“ feiert man bei ALDI Nord den 100. Jahrestag der Unternehmensgründung als Backwarenhandel am 10. April 1913 in Essen-Schonnebeck durch den Vater Karl Albrecht Senior. Auch ALDI Süd feiert mit. Und das ist eben das Besondere: ALDI Nord und Süd, Erfinder des deutschen Discount-Prinzips und Grundsteinleger für die deutsche „Geiz ist geil“-Mentalität, bekannt für Sparen und Knausern wo es nur geht, begeht einen Geburtstag mit groß angelegter Werbung via DIN-A4 Flyer und Plakaten in den Filialen. ALDI Nord legt diese sogar den Wochenprospekten bei (Prospekt d. Woche ab dem 15.04.13). Auch der Internetauftritt von ALDI Nord ist leicht angepasst.

 

So viel Geld für tonnenweise Papierflyer bezahlen um sich selbst zu loben? Früher undenkbar. Jetzt plötzlich möglich. Öffnet sich das „Nordkorea im deutschen Einzelhandel“ (der „stern“ im April 2013 über ALDI) nun doch?

Das Bemerkenswerte: Ausgerechnet ALDI Nord begeht das Jubiläum aufwändig, zeigt sich freundlich und offen: Nachdem die rot-braunen Satteldachmärkte für den Nord-Discounter seit zwei Jahren nicht mehr das Symbol sind und man in der Essener Zentrale auf Umbau, neues Filial- und Eigenmarkendesign und sogar ein leicht verändertes Logo setzt, bereitet man sogar den Geburtstag gut vor.

Während ALDI Süd, bisher deutlich eher als ALDI Nord für Kundenkommunikation und Innovationen bekannt, sich auf seinem 4-seitigen Blättchen im Innenteil auf zwei Seiten mit groben Jahreszahlen und Eckdatenbegnügt, präsentiert sich ALDI Nord auf ganzen 8 Seiten mit redaktionell bearbeiteten Texten, vielen alten Bildern und interessanten Anekdoten und Themen wie „ALDI Erinnerungen“ oder Lieblingsprodukte unserer Kunden“. In beiden Flyern ist jedoch vom „Schwesterunternehmen ALDI Nord bzw. Süd“ die Rede. Jedoch dankt nur ALDI Nord den Kunden direkt auf dem Deckblatt des Jubiläums-Blättchens (ALDI Süd erst auf der Rückseite, sonst nur „wir, wir, wir“) und auch den Mitarbeitern: „Heute danken für 28.000 Mitarbeiterinnen/Mitarbeitern in Deutschland für ihr Engagement.“

Merkwürdig jedoch: ALDI feiert die Grundsteinlegung als Backwarenhandel, zurückgehend auf den Vater der Albrecht-Discounter-Gründer Theo und Karl Albrecht , Karl Albrecht Senior im Jahr 1913, Gründung des eigentlichen „ALDI“ (kurz für Albrecht Discount) war nämlich, laut ALDI-Süd-Flyer, erst 1962. In diesem Jahr wurden die bereits über 100 SB-Lebensmittelmärkte auf das Discount-Prinzip umgerüstet. Somit ließ man den runden Geburtstag, den 50. im letzten Jahr, 2012, einfach verstreichen. Das fällt sogar dem Online-Angebot des „SPIEGEL“ auf, Spiegel Online war dieses Kuriosum die Schlagzeige „ALDI rechnet sich alt“ direkt auf der Startseite wert (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/aldi-feiert-100-geburtstag-und-macht-werbung-in-eigener-sache-a-894461.html)

Nun, ein Jahr später, legt man einfach 50 Jahre drauf und feiert den 100., so wie REWE Dortmund auch, hier war es jedoch deutlich passender.

>>> Durch das ALDI-Jubiläum wird sogar der aktuelle Umbauprozess bei ALDI Nord (auch „ALDI Markt“) aufgegriffen: Auf der Rückseite heißt es ungewohnt freundlich und offen: „Wir machen uns schön für Sie!“. „100 Jahre Tradition sind kein Grund, alt auszusehen!“ heißt es weiter. Das nimmt man jedoch erst seit Kurzem war in ALDIs Norden. Von „regelmäßigen Verjüngungskuren“, „zeitgemäßem Verpackungsdesign“ (vermutlich sind die Eigenmarken gemeint), „neuen Filialen als Flachbau“ ist die Rede.

Alles Dinge, über die man vorher nur mutmaßen konnte. Zur Filialmodernisierung, zu den neuen Präsentationen im Markt und im Internet, allgemein zum radikalen Umbruch beim sonst so altbackenen Discounter, der vermutlich durch den Tod des ALDI Nord-Gründers Theo Albrecht 2010 angestoßen wurde, gab es von offizieller Seite bislang keinerlei Äußerung. Das ändert sich nun nach und nach, ausgerechnet durch eine Jubiläumsbroschüre.

Sie wollen mitfeiern? Bis auf die Broschüre gibt es zum Jubiläum nichts geschenkt und keine Sonderangebote. Schade? Nein, typisch ALDI.

KiK wird wirklich schick: Umbauphase begonnen und erstmals neues Logo

Der Textildiscounter KiK meint es ernst mit einer im letzten Jahr angekündigten Runderneuerung. Doch die angekündigte Auffrischung von Filialen, die man sich Presseberichten zufolge einiges kosten lassen will („Wir investieren rund 20 Millionen Euro“, KiK-Chef Michael Arretz), hat es wirklich in sich. Filialen, die umgebaut werden, werden bis auf den Grund entkernt (gesehen an einer Filiale in NRW), Regale, Decken und Fußböden werden entfernt und erneuert. Man will hochwertiger auftreten.

Doch die Krönung des Ganzen: Das KiK-Logo, seit der Firmengründung im Jahr 1994 Symbol für den deutschen Textildiscounter, der in der Öffentlichkeit mehr gehasst als geliebt wird, fällt der KiK-Revolution zum Opfer. Das rot-weiße Logo wurde durch ein rot-silbernes ersetzt. Zwar hat man hier nur die Farbverteilung verändert (Schrift rot statt weiß, Hintergrund silber statt rot) und einen roten Rahmen darum gelegt, doch das zeigt Wirkung. Meiner Meinung nach ist es noch viel furchtbarer geworden als es das alte ohnehin schon war. Man hat sich hier anscheinend am neuen Woolworth-Logo orientiert. Auf jeden Fall aber fällt es sofort auf. Und: Der Namenszusatz „Textil-Diskont“, der mit seiner merkwürdigen Schreibweise und der Aussprache in den TV-Spots zum Markenzeichen wurde, wurde entfernt. Auch das Logo des neuen Onlineshops KiK24 ist in diesem Stil gehalten.

Auf der Internetseite leben nun altes und neues Logo ein absurdes Nebeneinander. Und: Was wird aus dem rot-weißen KiK-T-Shirt? Auch das müsste eigentlich verändert werden. Bisher gibt es aber noch keine neuen TV-Spots. Im Prospekt ist es nicht mehr vorhanden. Außerdem wurde der bekannte Werbespruch „Kleidung clever kaufen bei KiK“ abgeschafft und durch „sympathisch – clever – gut“ ersetzt. Bis 2015 sollen mehr als 2.000 Filialen modernisiert werden. „Wir investieren rund 20 Millionen Euro“, sagte KiK-Chef Michael Arretz. Sonst gibt es aber zur aktuellen Situation keine Meldungen auf der KiK-Homepage. Stillschweigen ist anscheinend weiterhin beliebt.

In der deutschen Discounter-Landschaft ist seit einiger Zeit ein Umbruch im Gange: „Geiz ist geil“ und ´was billig ist muss auch so aussehen´ zieht bei den Kunden nicht mehr. Das merken die Discounter in allen Branchen, und reagieren. ALDI Nord hat jüngst sein neues Filialkonzept ausgerollt, mehr überstürzt als ausgeklügelt. Die Baumarktkette Praktiker stand mit seinem Billig-Image kurz vor der Pleite, setzt nun auf die edlere Vertriebslinie MAX BAHR. Die Warenhauskette WOOLWORTH hat sein Konzept (nach Übernahme durch KiK wohlgemerkt) verändert, der Haushaltswarendiscounter KODI vollzog diesen Schritt bereits 2009. Hier tut sich jedoch mit der Umsetzung, außer bei Neueröffnung, ziemlich wenig.

Und nun trifft es sogar den Textildiscounter KiK, bisher eher innovationsfeindlich als –freundlich. Man will, und das eher rabiat als traditionsverbunden, auch deutlich sichtbar und zügig über die Bühne bringen. Neues Logo, neuer Slogan, neue Märkte und damit am liebsten weg vom Schmuddel-Image des Textildiscounters für Leute mit wenig Geld. Das ist das Ziel, das man erreichen will
Und der Textildiscounter Takko hat gezeigt wie es geht. Zwar hatte man bei Takko nicht ein so negatives Image, doch hier haben ein neues Logo und ein neues Filialdesign einiges bewirken können.
Ein mahnendes Beispiel für die Discounterbranche ist und bleibt das ehemalige Drogerieimperium Schlecker: Hier führte Rückständigkeit und das Festhalten am Billig-Image in den Ruin. So müssen sich wohl auch die Discounter Zeeman (Textilien),TEDI oder der Erneuerung zögernde KODI Gedanken machen, welchen Weg man zukünftig gehen will.

Aus alt mach neu: Die Kollektion von Verona Poth 2012 und 2013:

Der Onlineshop hat seinen Weg ins Prospekt gefunden: Mit einem Einkaufswagen wird auf Produkte verwiesen, die auch online erhältlich sind:

Verfasst von: JdB Blog | 3. April 2013

Kampf um Schleckers Erbe: Discounter werben um Kunden

Nach dem Untergang des Drogerieimperiums Schlecker kämpfen in letzter Zeit die Einzelhändler, allen voran die Supermärkte und Discounter, darum, Schleckers Erbe anzutreten und Kunden für Drogerieartikel in die eigenen Läden zu locken. Somit macht man vor allem den Drogeriemärkten dm und Rossmann mächtig Druck. Erstaunlicherweise begann erst im März dieses Jahres die große Welle an Werbung für Drogerieartikel.

Netto Marken-Discount z.B. warb in Tageszeitungen an prominenter Stelle mit zwei ganzseitigen Anzeigen für sein „neues Drogeriesortiment“, angeblich das „größte Drogeriesortiment aller Discounter“. Dazu haben alle Discounter eine Preissenkung für diverse Eigenmarken-Drogerieartikel durchgeführt. Die SB-Warenhauskette Kaufland gab zu seinem Wochenprospekt eine mehrseitige Hochglanzbroschüre für das Drogerieangebot heraus. Der Discounter Penny senkte sogar einige Markenprodukte dauerhaft im Preis.

Vorreiter ist jedoch Netto. Das Werbebudget zur Kundengewinnung scheint unbegrenzt. In jeder Filiale wurde das Drogerieregal aufgehübscht, wenn auch nur leicht. Das angeblich „neue Konzept“ ist von Plus übernommen worden, jedoch nur in sehr abgespeckter Form. Der Discounter Plus war der erste und einzige Markt, der Drogerieartikel in edlen Regalen mit Beleuchtung und beleuchteten Hinweisschildern anbot. Diese Form der Präsentation gibt es bis jetzt nirgendwo sonst, von Netto wurde das Konzept nach Übernahme von Plus aufgegeben. Jetzt wird es ansatzweise kopiert.

Vor einem Jahr ging Schlecker in die Insolvenz. Zwischen der Familie Anton Schleckers und dem Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz entbrannte dabei ein Streit. Denn Schlecker hatte wohl sein zwei Millionen Euro teures Privathaus kurz vor der Pleite an seine Frau übertragen. Ein weiteres Grundstück soll an seinen Sohn gegangen sein. Schlecker führte das einstige Drogerieimperium als sogenannter eingetragener Kaufmann, weswegen er mit seinem gesamten Privatvermögen haftet und dadurch die Gläubiger benachteiligt wurden. Im Streit darum haben sich beide Seiten jetzt auf einen Vergleich geeinigt. Die Familie von Anton Schlecker zahlt 10,1 Millionen Euro, wie ein Sprecher von Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz am Dienstag mitteilte. Damit werde zugleich ein komplizierter Gerichtsprozess verhindert. „Die Familie hat sich in dieser Sache sehr kooperativ verhalten“, sagte er.

> Quelle: Handelsblatt Online

Verfasst von: JdB Blog | 3. April 2013

REWE oder REWE Center? Neue Markenstrategie bei REWE

REWE oder REWE Center? Markenstrategie wird aufgeweicht

2006: Für die Rewe-Gruppe in Köln ein historisches Jahr in Bezug auf das Unternehmen. Mit einer REWE „Big Bang“ (dt. Urknall) genannten Aktion fielen in ganz Deutschland die Logos der Vertriebslinien REWE, REWE Center, Stüssges, minimal und Kontra von den Märkten und mussten dem neuen REWE Logo weichen. Mehrere Vertriebslinien der Rewe-Gruppe wurden auf das neue Rewe-Supermarktkonzept umgeflaggt. Neues Logo, TV-Spots, Aktionen etc. leiteten den Umbruch ein.
Doch der eigene Namen scheint den Kölnern nicht mehr gut genug: Bereits im letzten Jahr, 2012, also genau 6 Jahre nach dem Jahr 0 nach Rewe-Zeitrechnung, änderte man den Namen der „Qualitäts“-Eigenmarke REWE in „REWE Beste Wahl“. Und nun das: Die Rewe-Markenstrategie wird aufgeweicht. Bisher gab es, und das war ja das Ziel der Aktion 2006, nur den Namen REWE, egal wie groß die Märkte waren und sind. Doch jetzt plötzlich werden größere Märkte umgebaut und umgeflaggt auf den Namen „REWE Center“.

Merkwürdigerweise wurde dieser Name, eingestampft 2006, schon bei der Übernahme der SB-Warenhäuser „extra“ von der METRO-Group wieder hervorgekramt, 2009, nur drei Jahre nach der Abschaffung. Doch hier steckt ein ganz anderes Konzept dahinter: Die SB-Warenhauskette „toom“, Tochter der Rewe-Group, hat sein Marktkonzept auf „extra“ ausgerollt und betreibt die Märkte. Wieso man hier eine Sondermarke statt „toom“ nutzt versteht man nicht.

Doch was REWE jetzt treibt ist noch weit weniger verständlich. Manche Rewe Märkte werden komplett umgebaut und REWE Center genannt. Obwohl die Märkte nicht annähernd die Größe von den toom- oder ehemaligen extra SB-Warenhäuser haben. Diese Strategie der größeren SB-Märkte ist also schon wieder verworfen.
Wer will kann seinen Markt umbauen, teilweise auch seinen eigenen Namen dranschreiben wenn man den Markt als Kaufmann und nicht nur als Marktleiter betreibt. Doch nicht nur manche REWE-Märkte müssen dran glauben: Sogar manche toom-SB-Warenhäuser, kleinere Märkte bis zu einer Größe von 4.000 m², wurden bis 2010 in REWE Center umgewandelt. Die REWE-Eine-Marke-Strategie ist über Bord geworfen, die eigene Tochter toom muss SB-Warenhäuser abtreten damit Rewe jetzt unter diesem Namen Rewe-Supermärkte, ehemalige „extra“-Märkte und toom-Märkte bunt und wahllos zusammenwürfelt.

Die Verwirrung ist perfekt. Rewe selbst veröffentlicht, im Gegensatz zu EDEKA, keine Aufstellung von Vertriebslinien. Wikipedia zählt jetzt drei Sorten Rewe: „Rewe (Vollsortiment-Supermärkte); Rewe Center (große Vollsortiment-Supermärkte, SB-Warenhäuser); Rewe CITY (Vollsortiment-Supermärkte bis 1000 m² in Großstädten oder an Flughäfen)“. Und zwischen REWE und REWE Center gibt es kaum Unterschiede: Im Prospekt sind nur die Angebote exklusiv bei REWE Center erhältlich, die entsprechend gekennzeichnet sind.

Verfasst von: JdB Blog | 3. April 2013

ALDI Süd mit neuer Website: Erstaunlich offen

ALDI Süd mit neuem Internetauftritt: ALDI A-Z

Der Discounter ALDI Süd hat in diesen Tagen erstmals nach recht langer Zeit seine Internetpräsenz runderneuert. Nachdem ALDI Nord bereits zweimal seine Website grundlegend erneuert hat, blieb man bei dem sonst recht innovativen ALDI Süd seit über 6 Jahren bei der alten Version. Nun ist die Seite deutlich schlanker, man muss nicht mehr nach unten scrollen, das Hauptmenü in der Kopfzeile besteht nur noch aus fünf Hauptpunkten mit Unterthemen. Die Seite wirkt deutlich moderner als vorher, Angebote, Preissenkungen und das Sortiment stehen im Mittelpunkt. Auch die Farbpalette wurde abgespeckt, die Schrift ist größer geworden.

Am überraschendsten ist jedoch der vierte Punkt: „ALDI Süd A-Z“: Zwar mit einigen Wiederholungen bei einzelnen Buchstaben zeigt sich ALDI Süd hier, für den Discounter untypisch, sehr offen: Man informiert neuerdings über die Unterschiede zwischen Nord und Süd („Die Unternehmensgruppe ALDI Nord ist in Nord- und Ostdeutschland mit einem eigenen Filialnetz vertreten. Wir sind mit ALDI Nord familiär verbunden – gleichzeitig aber rechtlich, finanziell und organisatorisch unabhängig voneinander.“), die Varianten der Werbemittel, Kundenorientierung, Lieferanten und warum man keinen Onlineshop anbietet. Was von den meisten Besuchern der Website vermutlich unentdeckt bleiben wird ist für einen Discounter wie ALDI Süd ein wahrer Meilenstein in Sachen Kommunikation mit den Kunden und Außendarstellung. Ob ALDI Nord bei diesem Thema mitzieht, und wenn man es nur größtenteils kopiert, ist offen, wäre für das Image aber sicher gut.

>>> Klicken Sie sich durch das ALDI ABC, es lohnt sich: https://www.aldi-sued.de/de/aldi-sued-a-bis-z/aldi-sued-a-bis-z/

ALDI Süd und Nord starten eigene Fernbuslinie

Die Discounter ALDI Nord und Süd, die nach eigenen Angaben nur wenig verbindet, starten zum 04. April 2013 eine eigene Fernbuslinie. Die Kampagne ist bei beiden Discounter komplett gleich gestaltet, auch den Veranstalter nutzen beide gemeinsam: Das Busunternehmen Univers aus Bonn bedient einige ausgewählte Strecken zu günstigen Preisen. Für das Unternehmen sicherlich eine sehr ertragreiche Kooperation, auf dem noch recht neuen und doch umso umkämpfteren Fernbusmarkt ausgerechnet die beiden Discount-Riesen als Partner zu haben. Nachdem im letzten Jahr der Startschuss für den Betrieb von Fernbuslinien durch private Anbieter gefallen war, wächst der Markt mehr und mehr.

Zwar hatten ADAC und die Deutsche Post auch eine Kooperation in diesem Bereich angekündigt, dieses Vorhaben wurde jedoch noch nicht umgesetzt. Umso erstaunlicher, dass ausgerechnet ALDI Nord und Süd, ohne große Vorankündigung und mit Werbung nur auf der Prospekt-Rückseite, gemeinsam eine günstige Fernbuslinie ins Leben gerufen haben.

Die Reisebuchung soll ab dem 04.04. unter http://www.aldi-reisen.de möglich sein.

>>> Link-Tipp: Univers Reisen: http://www.univers-reisen.de

Verfasst von: JdB Blog | 3. April 2013

Deutsche Discounter im Umbruch: Geiz ist nicht mehr geil

In der deutschen Discounter-Landschaft ist seit einiger Zeit ein Umbruch im Gange: „Geiz ist geil“ und ´was billig ist muss auch so aussehen´ zieht bei den Kunden nicht mehr. Das merken die Discounter in allen Branchen, und reagieren. ALDI Nord hat jüngst sein neues Filialkonzept ausgerollt, mehr überstürzt als ausgeklügelt. Die Baumarktkette Praktiker stand mit seinem Billig-Image kurz vor der Pleite, setzt nun auf die edlere Vertriebslinie MAX BAHR. Die Warenhauskette WOOLWORTH hat sein Konzept (nach Übernahme durch KiK wohlgemerkt) verändert, der Haushaltswarendiscounter KODI vollzog diesen Schritt bereits 2009. Hier tut sich jedoch mit der Umsetzung, außer bei Neueröffnung, ziemlich wenig.

Und nun trifft es sogar den Textildiscounter KiK, bisher eher innovationsfeindlich als –freundlich. Man will, und das eher rabiat als traditionsverbunden, auch deutlich sichtbar und zügig über die Bühne bringen. Neues Logo, neuer Slogan, neue Märkte und damit am liebsten weg vom Schmuddel-Image des Textildiscounters für Leute mit wenig Geld. Das ist das Ziel, das man erreichen will
Und der Textildiscounter Takko hat gezeigt wie es geht. Zwar hatte man bei Takko nicht ein so negatives Image, doch hier haben ein neues Logo und ein neues Filialdesign einiges bewirken können.

Ein mahnendes Beispiel für die Discounterbranche ist und bleibt das ehemalige Drogerieimperium Schlecker: Hier führte Rückständigkeit und das Festhalten am Billig-Image in den Ruin. So müssen sich wohl auch die Discounter Zeeman (Textilien),TEDI oder der Erneuerung zögernde KODI Gedanken machen, welchen Weg man zukünftig gehen will.

KiK lässt grüßen: WOOLWORTH erfindet Mini-Konzept für kleine Flächen und zahlt nur die halbe Miete

Auch der Haushaltswarendiscounter Woolworth, seit 2010 Unternehmen von KiK/Tengelmann-Gruppe, befindet sich im Umbruch. Es werden immer mehr Filialen neu eröffnet, zahlreiche auch kernsaniert.
Gerne nimmt man hier dann ein anderes Handelsunternehmen dazu, um aus der großen Woolworth-Fläche zwei Märkte zu machen. Hier macht sich bemerkbar, dass KiK Eigentümer ist. Vermutlich um Miete zu sparen wird die Filiale während der Umbauphase halbiert, eine Hälfte bezieht Woolworth, die andere ein anderes Unternehmen. So geschehen in Velbert und der Nachbarstadt Heiligenhaus (NRW): In beiden Fällen bezog C&A die andere Hälfte.

Bei Neueröffnungen in kleineren Filialen hat man sich sogar eigens ein neues Konzept erdacht: Zwar ist das Sortiment nur geringfügig verkleinert jedoch ist das Logo ein anderes: Woolworth heißt hier „W.“ Braucht nicht viel Platz, wie der Markt auf kleiner Fläche. Im veränderten Logo ist auch der Slogan verkürzt: Statt „Das billige Kaufhaus seit 1879“ ist man hier nur „Billig seit 1879“. Wie strikt man mit diesem Konzept verfährt ist unklar, auch bei anderen Märkten wird das Logo teilweise genutzt oder kleinere Märkte heißen, wie gewohnt, Woolworth. Auf jeden Fall ist man expansiv bei KiK: 2009 schrumpfte das Unternehmen von 310 auf 150 Filialen, jetzt ist man schon wieder bei weit über 220 Märkten.

>>> Link-Tipp: http://www.derwesten.de/staedte/heiligenhaus/c-a-zieht-neben-woolworth-ein-id6846402.html

http://www.derwesten.de/staedte/velbert/c-a-zieht-um-und-erweitert-id7460935.html

Das „W.“-Konzept:

“Während als Standorte für die Filialen der Hauptlinie Woolworth (1000 und 2000m²) innerstädtische Lagen in Städten ab 30.000 Einwohnern definiert wurden, ist das kleinere Konzept „W.“ (500 bis 1000m²) für Bahnhöfe mit guter Frequenz und Stadtteilzentren vorgesehen. Die Sortimente beider Linien sind nach Unternehmensangaben gleich, über Sortimentsmodule könne die Sortimentsbreite für jede Filiale einzeln ausgesteuert werden. Mit der neuen Vertriebslinie W. könne Woolworth auch in Städten ab 20.000 Einwohnern aktiv werden, in denen die Woolworth-Filialen überdimensioniert seien.“ (textilwirtschaft.de)

Das “W.”-Logo:

Das Logo für große Märkte:

httpwww.woolworth.defileadminuser_uploadPresseDownloadsLogosWoolworth_Logo.jpg.jpg - Windows Internet Explorer 03.04.2013 183541.bmp

Verfasst von: JdB Blog | 3. April 2013

ALDI Nord: Spielwiese Belgien

ALDI Nord tobt sich aus: In Belgien, Holland, England

ALDI Nord befindet sich ja derzeit in seiner größten Umbauphase seit Bestehen. Braun-rot wird zu grau-weiß, es wird frisch gebacken, das ALDI Süd-Konzept wird Stück für Stück kopiert und in den ehemals dunklen, schäbigen Märkten ausgerollt. Doch obwohl Prospekte und Internetauftritt für ALDI Nord bereits ungewöhnlich gut und modern aussehen, tobt man sich lieber erst mal im Ausland aus, in den Niederlanden und in Belgien. Hier arbeitet man fleißig an den Prospekten, mit aufwändig gemachten Überschriften, das ALDI-Logo steht im Mittelpunkt. In Großbritannien gibt es sogar TV-Werbespots, in denen Marken- mit Eigenmarkenprodukten verglichen werden, natürlich verbunden mit englischem Humor. In Belgien hatte man das neue Konzept erprobt. Dieses hat es bereits nach Deutschland geschafft, es bleibt abzuwarten, ob es so auch mit der ungewöhnlichen Werbung klappt. Das wäre ein weiterer, guter Schritt für ALDI Nord in Richtung Zukunft und neues Image.

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